Angeregt von folgender Trauerrede über das schlechte Bild von Dungeon-Abenteuern im deutsprachigen Raum:
http://hofrat.blogspot.com/2006/04/oh-schreck-oh-pein-ins-dungeon-hinein.html
habe ich mich hinreißen lassen in Kurzform darzulegen, was ich von einem guten Dungeon erwarte, bzw. wie ich Dungeons selber designe. Teil I befasst sich mit Flora und Fauna, die weiteren Teile werden voraussichtlich Architektur und Kartografie, Fallen und natürlich Schätze und Historie betreffen.
Während der verehrte Hofrat Hinweise auf grotesk schlechte Dungeons sammelt, bin ich für Tips bezüglich vorbildlicher Dungeons nach meinen Kriterien dankbar. Natürlich dürft Ihr mich auch ergänzen, wenn ich wichtige Aspekte unterschlage.
Ursprung von Monstern
Sind sie zufällig hereingewandert oder gibt es eine Quelle des Bösen (Tor in andere Dimension, Böses anziehendes Artefakt, untotes Herrscher-Wesen mit seiner Streitmacht), oder noch Bewohner aus der Vorgeschichte des Dungeons (Untote in Grabstätten, Wächterdämonen, Automaten/Golems)?
Ökosystem
Wie koexistieren verschiedene Monstergruppierungen oder Einzelwesen? Haben sie Reviere abgesteckt? Weclhe Konflikte zwischen Dungeon-Bewohnern spielen sich gerade ab (zwischen oder innerhalb von Gruppierungen)?
Wovon ernähren sie sich? Allgemein beliebt sind ja irgendwelche Pilzhöhlen. Welche weiteren Monsterrassen könnten von so einer Pilzhöhle profitieren, z.B. die Deckung als Jagdgelände oder Rückzugsort benutzen? Haben sich z.B. aggressive Pilzarten unter die essbare Variante gemischt, welche die erntenden Wesen töten und als Nährboden benutzen? Oder sie zum weitertragen von Sporen benutzen? Haben sich Symbiosen entwickelt, in denen völlig verschiedenartige Geschöpfe von einander profitieren?
Die AD&D2-Monsterkompendien geben viele unglaublich detaillierte nützliche und inspirierende Informationen zu Lebensgewohnheiten, Gesellschaftsstruktur und Jagdverhalten von Monstern, so dass der Bau eines überzeugenden Dungeon-Ökosystems fast wie am Schnürchen läuft. Die Nachfolgebücher von D&D3 dagegen bieten leider nur noch kurze Beschreibungen der Kreaturen, die sich fast vollständig auf Lebensraum und Kampfverhalten beschränken.
Welche Rolle spielen für die Dungeon-Bevölkerung die Ankunft fremder Wesen oder Abenteurer? Im typischen Dungeon sind die äußeren Bereiche von weniger mächtigen Wesen bewohnt und werden regelmäßig von Abenteurergruppen “abgeerntet”, so zum Beispiel im berühmten Unterberg (“Undermountain”, AD&D-Dungeon).
Es kann aber auch völlig anders sein: “Dungeon of Death” (ebenfalls AD&D) bietet ein interessantes Dungeon mit frisch veränderten Herrschaftsstrukturen und organisierten Einwohnern, welche das Eingangslevel, den Verteidungsbereich einer alten Zwergenmine, ausnutzen und bereits tödlich werden lassen können.
Fortsetzung folgt.

Sehr ordentlich.
Ein richtig gutes Dungeon findest Du im aktuellen AP aus dem Dungeon Magazine:
“A Gathering of Winds” von Wolfgang Baur. Schön ist da, daß man mit mehreren NPCs verhandeln muß und kann, um sie gegeneinander auszuspielen, oder ausgespielt zu werden. Die Fallen fügen sich nahtlos ein, ebenso die Rätsel und Kämpfe. Dazu allerfeinste lazaretti Karten. Mehr kann und will man nicht verlangen.
Ja, vom Dungeon Mag bin ich hochwertige Abenteuer gewohnt. Allerdings schreckt mich das bunte D&D3-Design ab. Geleitet wurden die damals aber auch von einem hochwertigen Spielleiter, dem berühmt-berüchtigten Tormentor (der z.Z. kaum am Netz ist).
Oha der Tormentor, sag ihm mal meine Grüsse.
Ich hab mir übrigens nun mal einfach so das D&D (3.5) Regelwerk zugelegt ich hab schon seit einer Weile darüber nachgedacht und auch wenn ich ausser unserer DSA Runde so gut wie keine Rollenspiele mehr betreibe, man weiss ja nie wann man es brauchen kann. Hatte mir ja schon mal das Warcraft Buch gekauft und da hab ich nichts von kapiert was da an Regeln war, na ja weil mir das Grundwerk fehlte. Ausserdem machen dann Baldurs Gate und Neverwinternights bestimmt nochmal so viel Spass zu spielen, wenn ich weiss, was die Werte bedeuten =)
Aber ich bin noch nicht allzuweit gekommen mit lesen. Wir müssen ja noch so viele Folgen Babylon 5 gucken (sind gerade Anfang 4. Staffel).
Das traurige ist das ich mir auch die DnD 3.5 Regelwerke zugelegt hab. Vornehmlich wegen Eberron. Die Welt gefällt mir ganz gut. Spielen werden wir jedoch nie da meine Gruppe leider kein Interesse zeigt.
Dafür muss ich mich mit Earthdawn und Shadowrun rumschlagen. Beides eigentlich nicht so schlecht, wenn nicht die Charakteroptimierer die Oberhand gewinnen würden.
Leute spielt mehr UNKNOWN ARMIES.
Aber bei UA gibt es keine Dungeons…
Macht nix. Dungeons sind nicht alles.